Technischer Hintergrund

Ein kurzer Rückblick

Die fachliche Spezialisierung unseres Übersetzungsbüros auf die Übersetzung von technischen Fachtexten hat sehr viel mit meiner persönlichen und beruflichen Entwicklung zu tun. Bereits in meiner Kindheit habe ich mich für Elektrotechnik und Elektronik interessiert und mit Transistoren, Widerständen, Kondensatoren und Schaltkreisen kleine Detektorempfänger, NF-Verstärker und andere elektronische Schaltungen aufgebaut und entdeckte so mein technisches Interesse; in mir entstand damals der Wunsch, später mal beruflich „was mit Technik“ zu machen.

Dann war da aber noch mein Interesse für Sprachen, und so wohnten zwei Seelen in meiner Brust - das technische Interesse und der Wunsch, Sprachen zu meinem Beruf zu machen. Letztendlich entschied ich mich dann für den Beruf des Dolmetschers und Übersetzers (damals noch unter der Berufsbezeichnung ‚Diplomsprachmittler‘), bekam mit der Studienzulassung sogar meine Wunsch-Sprachenkombination Russisch und Englisch, und schloss 1985 erfolgreich mein Studium zum Diplomsprachmittler für Russisch und Englisch ab.

Berufliche Alternativen für „frischgebackene“ Dolmetscher und Übersetzer nach dem Studium

Damals gab es mehrere Möglichkeiten, sich als Dolmetscher und / oder Übersetzer zu profilieren: Man hätte als Dolmetscher für ein Reisebüro arbeiten können und (vorwiegend als Russisch-Dolmetscher) Reisegruppen aus der damaligen Sowjetunion herumführen können. Auch das fand ich sehr interessant - hatte ich doch bereits erste Erfahrungen als Dolmetscher und Betreuer/Reiseleiter für das damalige Jugendreisebüro der DDR „Jugendtourist“ gesammelt und Reisegruppen zu Sehenswürdigkeiten in Leipzig, Berlin, Frankfurt/Oder, Dresden und anderen Orten geführt.

Weitere Möglichkeiten, als Übersetzer zu arbeiten, wäre die Übersetzung von aktuellen Nachrichten bei der damaligen Nachrichtenagentur (ADN) der ehemaligen DDR gewesen oder als Dolmetscher und Übersetzer bei „Intertext“ zu arbeiten, um dort entweder Betriebsanleitungen, technische Beschreibungen, Gebrauchsanweisungen und andere technische Texte zu übersetzen oder als Dolmetscher bei Veranstaltungen, Verhandlungen oder Gästeführungen tätig zu sein, oder es hätte die Möglichkeit bestanden, als Fachübersetzer für technische Texte beim Patentamt Berlin zu arbeiten.

Als weitere Alternative wurde damals nach dem Studium zum Diplomsprachmittler die Arbeit an wissenschaftlichen Einrichtungen angeboten, die internationale Beziehungen nach Großbritannien, den USA, China, Dubai und andere Länder unterhielten und ihre wissenschaftlichen Publikationen durch einen professionellen Fachübersetzer in technisches Englisch übersetzen lassen wollten, oder die Arbeit als Fachdolmetscher und Fachübersetzer in einem der zahlreichen volkseigenen Betriebe mit außenwirtschaftlichen Beziehungen. Mir standen damals Stellenangebote in Freiberg (Bergakademie), Karl-Marx-Stadt (dem heutigen Chemnitz) und Böhlen bei Leipzig zur Verfügung. Letztendlich entschied ich mich dann für die Stelle als Fachdolmetscher in der Exportabteilung eines Karl-Marx-Städter Betriebes - des damals einzigen Herstellers für numerische Steuerungen. Ich hoffte dort, mein technisches Interesse mit meinem Interesse für Sprachen und insbesondere für Fremdsprachen zu vereinen und wurde nicht enttäuscht.

Politische Wende und wirtschaftlicher Umschwung: Neustart als Übersetzungsbüro

Mit der politischen Wende in der damaligen DDR 1989 und der damit verbundenen wirtschaftlichen Neuorientierung der auf dem Gebiet der ehemaligen DDR entstandenen neuen Bundesländer ergaben sich auch für mich einige - zunächst noch kleinere - berufliche Änderungen: Aus dem Fachdolmetscher in der Exportabteilung wurde ein Fachdolmetscher und Fachübersetzer der Vertriebsabteilung Ost der damaligen SIEMENS GmbH. Mein Aufgabenbereich wurde etwas erweitert; ich war zwar auch weiterhin für die Übersetzung von Prospekten, Bedienungsanleitungen und anderen technischen Fachtexten für numerische Steuerungen, Robotersteuerungen, vorwiegend ins Russische, aber auch in technisches Englisch verantwortlich sowie für die Übersetzung von Handelskorrespondenz (kaufmännische Schreiben, Reaktionen auf Reklamationen, Mahnungen) sowohl aus dem Englischen ins Deutsche als auch vom  

Deutschen ins Englische sowie aus dem Russischen ins Deutsche und in umgekehrter Richtung; außerdem hatte ich auch weiterhin juristische Fachtexte, wie Verträge mit unseren russischen Handelspartnern, Akkreditive und Handelsregisterauszüge zu übersetzen. Ebenso hatte ich auch bei der damaligen SIEMENS GmbH in Karl-Marx-Stadt bzw. dann Chemnitz Tätigkeiten als Fachdolmetscher zu erledigen, die ich auch schon während meiner Zeit als Fachdolmetscher bei NUMERIK „Karl Marx“ übernommen hatte, wie das Dolmetschen bei so genannten Anwenderschulungen für Techniker und Ingenieure (Servicetechniker, Kundendiensttechniker, Programmierer und Bediener) an CNC-Steuerungen der ehemaligen DDR (CNC 600, CNC-H 600), Steuerungen für Industrieroboter (IRS 700), speicherprogrammierbaren Steuerungen (damals noch als SPS bezeichnet, heute spricht man vorwiegend von PLCs) und Programmiergeräten (PRG 700).

Zusätzlich zu den Fachübersetzungen ins Russische kamen im Ergebnis der politischen Wende auf dem Gebiet der ehemaligen DDR nun auch vermehrt Übersetzungen in technisches Englisch sowie Dolmetscheinsätze für die Sprache Englisch. Außerdem setzte man mich auch außerhalb Chemnitz‘ als Dolmetscher für Russisch bei Anwenderschulungen im damaligen Schulungszentrum (Training Center) für CNC-Steuerungen in Nürnberg ein, wo ich Schulungen für Bediener, Programmierer und Servicetechniker für SIEMENS-Steuerungen dolmetschte, wie SINUMERIK 805, SINUMERIK 810 und 840 C bzw. später SINUMERIK 840 D. Außerdem dolmetschte ich Schulungen für speicherprogrammierbare Steuerungen, vorwiegend für die SIMATIC-Baureihe S7-300 und andere. Nach Beendigung des Unterrichts stand ich abends als Gästebetreuer zur Verfügung und dolmetschte bei Stadtführungen, Abendessen und anderen Freizeitveranstaltungen in Nürnberg, Erlangen und teilweise auch anderen Städten, wie Bad Wiessee und Bad Tölz.

Nebenberufliches Übersetzen und Übersetzer/Dolmetscher im Hauptberuf...

Parallel zu meiner hauptberuflichen Tätigkeit als festangestellter Dolmetscher und Übersetzer bei SIEMENS bekam ich mittlerweile diverse Anfragen von verschiedenen Übersetzungsbüros aus Chemnitz und Betrieben aus Chemnitz und der näheren Umgebung, wie Kändler, Limbach-Oberfrohna, Marienberg, Freiberg und Mylau. Das hing sicher damit zusammen, dass ich bereits damals in verschiedenen Übersetzerverzeichnissen gelistet war und schon sehr früh (1991) eine Zulassung als öffentlich bestellter und staatlich beeidigter Übersetzer und Dolmetscher beantragt hatte und somit auch in den allgemein einsehbaren Verzeichnissen von Übersetzern und Dolmetschern, die zur Stempelung von Urkunden und anderen amtlichen Dokumenten berechtigt sind, gelistet war.

Der Schritt in die Selbständigkeit als Übersetzer und Dolmetscher

Erfolgreicher Start als Einzelübersetzer

So war es nicht verwunderlich, dass die Zahl meiner Übersetzungsaufträge in meinen beiden Arbeitssprachen - also sowohl im Russischen als auch im Englischen - immer mehr zunahm, sodass ich mich letztendlich entschied, meine gesamte Zeit dem Übersetzen und Dolmetschen auf Honorarbasis zu widmen und fortan als freiberuflicher Übersetzer zu arbeiten. Das war im März 1992, und ab diesem Zeitpunkt arbeitete ich nur noch auf freiberuflicher Basis für Übersetzungsbüros in Chemnitz und übersetzte dort u.a. mehrere Betriebsanleitungen für Druckmaschinen in technisches Englisch und für verschiedene Firmen aus Chemnitz und der näheren Umgebung und übersetzte vorwiegend technische Texte, wie Technische Spezifikationen, Technische Dokumentation, Bedienanleitungen, Wartungsanleitungen und andere technische Dokumente ins Englische und Russische bzw. aus diesen beiden Sprachen.

Außerdem zog man mich als Fachdolmetscher bei Verhandlungen und Betriebsbesichtigungen oder technischen Klärungen zu Rate; so dolmetschte ich damals - vorwiegend in der Sprachrichtung Deutsch <-> Russisch, für das Chemnitzer Drahtziehmaschinenwerk, die Schleifmaschinenfabrik Chemnitz und den Chemieanlagenbau Chemnitz. In besonderer Erinnerung sind mir mehrere Einsätze als technischer Dolmetscher für die russische Sprache für die damalige Firma „Schleifscheibenfabrik Rottluff GmbH“ in Chemnitz. Für diese Firma hatte ich bereits in den Jahren ab 1991 diverse technische Dokumente, wie Spezifikationen für Schleifscheiben, technische Beschreibungen und Betriebsanleitungen sowie Handelskorrespondenz übersetzt. Da der Kunde mit mir sehr zufrieden war, traute er mir dann auch das Dolmetschen in der Sprache Russisch bei Verhandlungen und technischen Gesprächen mit seinem damaligen Handelspartner in der Ukraine (Irschawa) zu und nahm mich mehrmals zu Fahrten in die Ukraine (Irschawa und Saporoshje - dem heutigen Saporischschja) mit, um das dortige Autowerk zu besichtigen, das damals einer der Endabnehmer für Schleifscheiben aus Chemnitz werden sollte.